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Zehn Meter am Tag durch das Kölner Erdreich  

Zwei achteinhalb Meter große, rote Schneidräder beginnen sich langsam zu drehen. Dahinter liegen zwei 1.000 Tonnen schwere, fast 76 Meter lange Stahlwürmer.Eine Kölner Delegation applaudiert im badischen Schwanau dem Firmenleiter Martin Herrenknecht, der die beiden großen Tunnelbohrmaschinen (TBM) für den Bau der Nord-Süd-Stadtbahn fertig gestellt hat.

Ab dem 6. Juni sollen die monströsen Erdbohrer im Auftrag der KVB vom Bonner Wall her den südlichen Tunnel graben, angetrieben von je 1.100 kW (rund 1.400 PS).

Rund 3,6 Kilometer weit werden sie sich zeitversetzt parallel durch das Erdreich bis zum Kurt-Hackenberg-Platz bohren, wo sie wieder aus der Erde manövriert werden. Eine dritte, kleinere TBM wird im Norden vom Breslauer Platz aus zwei weitere, 260 Meter lange Tunnelröhren bis kurz vor die Philharmonie graben.

Beide Abschnitte werden dann in offener Bauweise verbunden. Als Starttermine geplant sind für die kleine TBM der 4. Juli und für die zweite große TBM der 7. August. Die Tunnel sollen bis Ende 2007 fertig sein, erste Bahnen sollen im Jahr 2010 fahren. Doch zunächst steht der Transport der acht Millionen Euro teuren Erdbohrer an, die derzeit demontiert und mit 17 Sattelschleppern nach Kehl am Rhein transportiert werden.

Von dort geht es auf vier Schiffen 400 Kilometer bis zum Hafen Godorf, wo die ersten Maschinenteile Anfang März erwartet werden. Die Köpfe der Erdbohrer, Schilde genannt, folgen gegen Ende April. Zur Montage der Schilde und ihrer Anhänger mit sämtlicher benötigter Technik wird die Bonner Straße voraussichtlich zweimal für mehrere Tage lang voll gesperrt (erstmals am Wochenende 10. bis 12. März).

Für die eigentliche Bohrung, den so genannten Schildvortrieb, sind 162 Mitarbeiter in drei Schichten rund um die Uhr im Einsatz, jeweils acht Mann auf einer Maschine. Die Versorgung läuft über ein 9.000 Quadratmeter großes Lager auf dem Bahngelände Bonntor. Die unterirdisch aufgewühlte Erde wird mit einem Ton-Wasser-Gemisch nach oben gepumpt, die Betonelemente, aus denen die Tunnelwand entsteht, mit einem eigenen Schienensystem in den Tunnel gefahren. Bis zu 6 Zentimeter in der Minute kann sich die Maschine durch das Erdreich bohren. Das bedeutet dann zwischen zehn und zwölf Metern Tunnel am Tag.

"Die Anwohner spürten nicht mehr als ein leises Brummen", wenn die Maschine in einem Tag unter ihrem Haus durchfährt", so KVB-Vorstandssprecher Walter Böllinger. Bei einer Bohrtiefe zwischen acht und 25 Metern würden auch keine archäologischen Funde zerstört. KVB-Vorstand Walter Reinarz ruft dazu auf, für die drei Tunnelbohrer kölsche Namen vorzuschlagen; dem Sieger winkt ein Fest im "Colonia Express".

Quelle: Kölner Wochenspiegel



Quelle:

nodig


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